Warum Naturheilkunde keine Glaubenssache ist...

Immer wieder höre ich Aussagen über meine Arbeit als Naturheilpraktikerin TEN (traditionelle europäische Naturheilkunde) wie: „Man muss halt dran glauben.“ oder „Die wollen einem nur mit irgend welchen unseriösen Methoden das Geld aus der Tasche ziehen“ etc.

 

Vor ein paar Tagen ist es mir gerade wiedermal passiert, dass ich mit solchen Sätzen konfrontiert wurde. Ich bin jedoch immer froh, wenn man mich offen anspricht, denn so kann ich etwas Licht in das Ganze bringen. Es geht mir nicht darum mich zu rechtfertigen oder jemanden von meinen Ansichten zu überzeugen, sondern darum die Menschen über diesen Beruf aufzuklären. Wie sich schlussendlich jemand behandeln lässt, das sollte jeder für sich selber entscheiden dürfen. 

Als ich also dieser Frau, die sich bei mir über uns Naturheilpraktiker beklagte, erklärt habe mit welchen Methoden man in der traditionellen Naturheilkunde arbeitet und wie diese auf den Körper wirken, war sie ganz erstaunt und hat sich sogar entschuldigt. Sie hatte eine völlig andere und falsche Vorstellung von der Naturheilkunde im Kopf.

Viele Leute haben leider überhaupt keine Ahnung was unsere europäische Naturheilkunde alles beinhaltet und setzen sie mit irgendwelchen anderen Heilmethoden gleich oder sie bilden sich in ihrem Kopf eigene Ideen und Vorstellungskonstrukte davon, die in keiner Weise der Realität entsprechen. 

Es gibt viele verschiedene tolle und wirkungsvolle Heilmethoden, doch wenn man ein Urteil über einzelne davon fällt, dann sollte man diese zumindest kennen, voneinander unterscheiden können und wissen wovon man redet.

Natürlich verstehe ich, dass dies heutzutage nicht immer einfach ist bei dem vielfältigen Angebot an alternativen Therapien. Leider gibt es auch schwarze Schafe die sich selber mit falschen Titeln schmücken, jedoch nie eine seriöse Ausbildung absolviert haben oder etwas ganz anderes darunter anbieten. Da sollte man sich vielleicht besser im Internet über die Ausbildung und eine Krankenkassenanerkennung informieren oder nachfragen, bevor man einen Termin bucht.

Es wundert mich auch immer wieder, dass viele Menschen hier in der Schweiz oft besser über traditionelle chinesische und indische Medizinmethoden informiert sind als über unsere eigenen traditionellen Heilverfahren.

 

Um mehr Klarheit zu schaffen und solchen Vorurteilen sowie Glaubensirrtümern entgegenzuwirken, möchte ich kurz erklären, wo die traditionelle europäische Naturheilkunde einzuordnen ist, aus welchen Methoden sie besteht und wann es Sinn macht, sie anzuwenden.

 

Die in der Regel 4 bis 5- Jährige Ausbildung zur  Naturheilpraktikerin TEN ist in mehrere Module eingegliedert, die oft auch als Einzelausbildungen besucht werden können. Die Kombination dieser verschiedenen Methoden ermöglicht es dem Naturheilpraktiker ganzheitlicher und Individueller auf seine Klienten einzuwirken.

 

Zu diesen Ausbildungsmodulen und Anwendungsgebieten gehören: Pflanzenheilkunde (Phytotherapie), Ernährungsberatung/Diätetik, manuelle Tätigkeiten wie Fussreflexzonen-Therapie, manuelle Lymphdrainage, klassische Massage und ausleitende Verfahren wie Schröpfen und die Baunscheidt-Therapie. Ein ebenso wichtiger Teil sind auch die diagnostischen Verfahren und die verschiedenen TEN Grundelemente und Prinzipien (Konstitutionslehre, Humorallehre, Temperamentenlehre, Elementenlehre, Gesetzmässigkeiten, Regulazionsprozesse...)

Ebenfalls wurde in meinem Ausbildungsinstitut ein Modul in Psychologie angeboten und galt als Pflichtfach zu besuchen. Daher habe ich mich persönlich für diese Schule entschieden. 

All diese Wissensgebiete basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, Theorien und jahrelanger Beobachtung sowie Erfahrung. 

Das Hauptfach einer naturheilkundlichen Ausbildung ist übrigens nicht „Bäumeumarmen“ ;-) sondern es sind viele Stunden an Anatomie, Physiologie und Pathologie.

 

Wenn man seriös in diesem Gebiet arbeiten möchte, so erfordert dies also ein sehr umfangreiches Wissen als Grundvoraussetzung. Funktionen, Mechanismen und Gesetzmässigkeiten von Körper, Geist und Psyche aber auch den Bezug zu unserer Umwelt sollte man unbedingt verstehen, wenn man den Menschen ganzheitlich, natürlich und individuell behandeln möchte.

 

Dazu kommt das Wissen über unsere europäischen Heilpflanzen, deren Wirkstoffe, Anwendungsgebiete, Verarbeitungsformen, Wesenheiten, Biologie und Vorkomnisse, mit dem man sich ebenfalls sehr intensiv auseinandersetzt. 

 

Wie bereits erwähnt haben wir Naturheilpraktiker die Ausbildung zum Ernährungsberater ins Studium integriert. Wir wissen wie Mikro- und Makronährstoffe unserer Nahrungsmittel auf uns Menschen wirken, was unser Körper für seine Funktionen braucht, wie er die Nährstoffe verwertet, welchen Einfluss die Ernährung auf unsere Gesundheit und bestimmte Krankheiten hat, welche Anzeichen auf einen Vitalstoffmangel hindeutet, wie man mit Unverträglichkeiten und Allergien umgeht etc...

 

In den manuellen Methoden geht es um das Zusammenspiel vieler körperlicher Mechanismen und Funktionen die man verstehen sollte und natürlich auch um die anzuwendende Technik und Wirkungsweise.

 

Wie ihr seht, besteht die Naturheilkunde also aus vielerlei erklärbaren und wissenschaftlichen Methoden und Gebieten. Eine Wirkung wird so oder so freigesetzt, da könnt ihr dran glauben oder nicht.

Obwohl der Glaube in der Medizin und Heilkunde natürlich auch immer eine ganz wichtige Rolle spielt. Darüber schreibe ich dann aber in meinem nächsten Blogartikel.

 

Die Naturheilkunde unterscheidet sich zur Schulmedizin im Wesentlichen darin, dass der Mensch als Ganzes im Mittelpunkt steht und nicht eine Krankheit oder das Krankheitssymptom.

Da wir Menschen uns konstitutionell und auch von unserem Wesen her unterscheiden, gehen wir immer auf die individuellen Begebenheiten ein.

 

Das Fachwissen allein macht meines Erachtens aber nicht den Erfolg eines guten Naturheilpraktikers aus.

Genauso wichtig sind dessen Authentizität, Intuition, persönliches Engagement und Mitgefühl.

 

Wann macht es Sinn einen Naturheilpraktiker in TEN aufzusuchen?

  • Wenn ich mich ganzheitlich und individuell behandeln lassen möchte.
  • Wenn ich mich mit natürlichen Mitteln ohne Nebenwirkungen heilen möchte.
  • Wenn ich die Ursache bekunden und heilen möchte und nicht nur die Symptome weghaben will.
  •  Wenn ich meine schulmedizinische Behandlung mit natürlichen Methoden begleiten und bestärken möchte.
  • Wenn mir bisherige Therapien nicht geholfen haben.
  • Wenn ich mir prophylaktisch etwas Gutes tun möchte.
  • Wenn ich mich gesünder ernähren möchte.
  • Wenn ich meine Selbstheilungskräfte und Konstitution stärken möchte.
  • Wenn ich etwas in meinem Leben zum Positiven verändern will und wirklich bereit dazu bin.
  •  Wenn ich einfach nur mal entspannen und geistig wie auch körperlich herunterfahren will.
  • Wenn mir meine Gesundheit und mein Wohlbefinden etwas wert sind.
  •  Wenn ich mich allgemein für Gesundheit interessiere.
  • Wenn ich etwas über mich und meinen Körper dazulernen möchte.

 

Wenn ihr noch weiteres zur Naturheilkunde TEN wissen wollt, so besucht doch meine Webseite oder erkundigt euch im Internet. Da gibt es auch viele tolle Informationen von Kollegen.

Bei grösserem Interesse kann ich das Buch: „Grundlagen der Traditionellen Europäischen Naturheilkunde TEN“ empfehlen.

... oder ihr könnt mich auch persönlich befragen.

 

Wer weiss, vielleicht lernen wir uns ja bald einmal kennen. Ich würde mich freuen.

 

 

Herzlichst

Doris

 

 

 

 

 

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